
Jennifer Rush, eine der stimmgewaltigsten und
erfolgreichsten Sängerinnen der Popmusik, stammt - was bei ihrem
Ausnahmetalent nicht weiter verwundert - aus einer New Yorker
Musikerfamilie. Der Vater ein Opern-Tenor mit weltweiten
Engagements, die Mutter Pianistin, die beiden älteren Brüder
steigen ebenfalls ins Musikgeschäft ein und arbeiten bis heute als
erfolgreiche Studiomusiker. Jennifer Rush heißt gebürtig Heidi
Stern, studiert Geige an der Juillard School of Music und entdeckt
früh ihre Begeisterung fürs Songwriting. Als Teenager singt sie zu
alten Platten von Aretha Franklin und Michael McDonald und brütet
nach und nach den Wunsch aus, Sängerin zu werden. Ihr Vater
finanziert ihr ein Demotape, für den ersten TV-Auftritt lässt sie
ihren Nebenjob sausen und in Deutschland unterschreibt sie mit
Anfang 20 schließlich ihren ersten Plattenvertrag. Aus Heidi Stern
wird Jennifer Rush. Der Beginn einer Weltkarriere: Sie erobert die
Charts und die Herzen der Fans wie kaum eine andere Sängerin,
landet Hit auf Hit und singt bis heute in ausverkauften
Konzerthallen. Mit ihrer großen Ballade „The Power Of Love“ hat
Jennifer Rush Musikgeschichte geschrieben und sich mit ihrer
unvergleichlichen und einzigartigen Stimme einen Platz unter den
weltbesten Sängerinnen gesichert.
Die Erfolgsgeschichte beginnt Mitte der Achtziger Jahre, als die
junge New Yorkerin mit ihrer Single „25 Lovers“ erst die
Radiomacher und dann das Publikum begeistert. Der Song wird schnell
ein kommerzieller Hit und ihr Debüt-Album „Jennifer Rush“
übertrifft alle Erwartungen, hält sich über 100 Wochen in den
deutschen Top 75. Als dritte Single erscheint die Ballade „The
Power Of Love“, die Jennifers kraftvolle Stimme brillant zur
Geltung bringt, und an der sie auch als Co-Autorin beteiligt ist.
Der Song entwickelt sich zu DER Ballade des Jahrzehnts, rast in
über 16 Ländern in die Top 10, erreicht Platz 1 der Charts von
Skandinavien bis Südafrika, entert die USA Billboard-Charts und
avanciert zur „bestverkauften Single einer Solo-Künstlerin in der
Geschichte der britischen Musikindustrie“ – ein Eintrag im Guinness
Buch der Rekorde. In Spanien wiederum führt Jennifers spanisch
gesungene Version „Si Tu Eres Mi Hombre Y Yo Tu Mujer“ die dortigen
Charts an, während die englische Fassung gleichzeitig in den Top 10
steht. Dieser Song verschafft Jennifer Rush den weltweiten
Durchbruch, ein unglaublicher Erfolg für die junge Amerikanerin,
die bereits an ihrem zweiten Album arbeitet.
Im Herbst 1985 legt sie mit „Destiny“ die erste Single aus ihrem
Album „Movin’“ vor, die zu ihrer kommerziell erfolgreichsten in
Deutschland werden soll. Jennifer Rush wird mit der begehrten
Goldenen Europa als beste Popsängerin ausgezeichnet und im Oktober
erscheint schließlich ihr zweites Album, das durch gereiften Sound
und seinen unverkennbaren Eigencharakter überzeugt. Erwartungsgemäß
schießt „Movin’“ in Deutschland wie auch in zahlreichen weiteren
europäischen Ländern auf Platz 1 der Albumcharts und erreicht
allein in Deutschland spielend Triple-Platin (über 1,5 Mio.
verkaufte Einheiten). Ein Phänomen tritt auf, als das
Vorgänger-Album „Jennifer Rush“ aufgrund des immensen Erfolgs von
„Movin’“ erneut in die Charts einsteigt und sogar Platz 3 belegt,
während „Movin’“ zeitgleich immer noch auf der 1 steht.
Das Album hält sich über 70 Wochen in den deutschen Top 75 und um
seine Erfolgsserie zu krönen, wird es zum meistverkauften Album in
Deutschland im Jahr 1986 und somit „Album des Jahres“ - und
Jennifers immer größer werdende Fangemeinde feiert die Sängerin auf
ihrer ersten Europa-Tour „Movin’ In Concert“ in ausverkauften
Häusern.
Jennifer Rush meldet sich bereits knapp ein Jahr später auf dem
Musikmarkt zurück. Das Album „Heart Over Mind“ (produziert von Andy
Goldmark, Bruce Roberts, Gus Dudgeon Oscar-Preisträger Harold
Faltermeyer und Desmond Child) übertrifft alle bisherigen Erfolge
und schon bei der weltweiten Veröffentlichung zeichnet sich eine
Sensation ab: Platz 1 in fast allen europäischen Ländern, Top 10
auf nahezu allen Kontinenten, es regnet Gold- Platin- und
Doppelplatin-Auszeichnungen. Allein in Deutschland hält sich „Heart
Over Mind“ zwölf Wochen an der Spitze der Album-Charts. Auf dem
Album findet man auch einen absoluten Meilenstein in Jennifers
Karriere: Zusammen mit Sir Elton John singt sie „Flames Of
Paradise“; das mitreißende Duett erreicht unter anderem Platz 8 in
Deutschland und die Top 40 der amerikanischen Billboard-Charts.
Jennifers zweite Europatournee „Heart Over Mind In Concert“ ist für
Herbst/Winter 1987 geplant, bereits im Vorverkauf werden weit über
200.000 Tickets abgesetzt, was ihr das „Platin Concert Ticket“
einbringt. Die Tour wird zum Siegeszug für Jennifer Rush. Sie
spielt ausnahmslos vor ausverkauften großen Häusern quer durch
Europa, muss Zusatztermine ansetzen und wird von ihren Fans
frenetisch gefeiert. Und ganz nebenbei wird sie noch mit der
Berolina ’87, dem Internationalen Deutschen Schallplattenpreis
(heutiger Echo-Award) als „Beste Internationale Sängerin“
ausgezeichnet.
1988 erscheint ihr viertes Album „Passion“ (produziert von Michael
Omartian, Jellybean, Harold Faltermeyer und Ric Wake) von dem
bereits über 250.000 Exemplare vorbestellt worden waren, was ihm
noch vor der Veröffentlichung Goldstatus einbringt. In Deutschland
erreicht „Passion“ direkt Platz 3 der Charts und in Europa durchweg
Top-10-Platzierungen. In Deutschland wird sie mit dem Bambi
ausgezeichnet. Neben drei erfolgreichen Chart-Singles enthält
„Passion“ auch „Same Heart“, ein Duett mit Michael Bolton, der in
den USA bereits zu den gefragtesten Pop- und Soulkünstlern zählt.
Für den spanischen Markt hat Jennifer erneut zwei Titel in der
Landessprache aufgenommen, die beide dort zu Single-Hits
werden.
Bevor sie 1989 beginnt, an ihrem fünften Studioalbum zu arbeiten,
widmet sich Jennifer Rush zwei anderen großen Musikprojekten.
Zusammen mit Künstlern wie Chaka Khan und Joe Cocker steht sie für
den Benefiz-Song „Yes We Can“ vor dem Mikrofon, dessen Erlös der
Rettung des Regenwalds zugute kommt. Darüber hinaus entsteht ein
weiterer Höhepunkt in ihrer Karriere: Kein geringerer als Placido
Domingo holt Jennifer für sein Musical-CD-Projekt „Goya... A Life
In Song“ ins Studio und die beiden Ausnahmestimmen nehmen das
traumhafte Duett „Till I Loved You“ auf, das in den UK
Single-Charts überraschend einen Platz in den Top 20
erreicht.
Noch im November des Jahres präsentiert sie aber auch wieder
eigenes Material: Das Album „Wings Of Desire“ (produziert von Phil
Ramone, Christopher Neil und Michael J. Powell) wird
veröffentlicht. Es erreicht zwar nur Platz 12 der deutschen
Album-Charts, erhält aber bessere Kritiken als sein Vorgänger
„Passion“ und verkauft sich über 500.000 mal. Ihre Fans lieben das
Album als sehr eigenständiges soulorientiertes Werk, das auch
stimmlich neue Facetten von Jennifer Rush zeigt.
Sie hat in wenigen Jahren fünf überaus erfolgreiche Studioalben
veröffentlicht, wurde weltweit mit Gold, Doppel- und
Dreifach-Platin ausgezeichnet, wurde auf ihren Tourneen von
Hunderttausenden bejubelt und ist zu einem leuchtenden Stern am
Pophimmel geworden, der aus der Musikszene nicht mehr wegzudenken
ist. Zeit also, das erste Best-Of-Album von Jennifer Rush zu
veröffentlichen. In Anlehnung an ihren bisher größten Hit wird das
Album „The Power Of Jennifer Rush“ genannt und steht im Herbst 1991
in den Regalen. Neben allen Hitsingles werden zum ersten Mal zwei
spanische Versionen international veröffentlicht.
Im September 1992 meldet sie sich dann auch bei ihrem Publikum
zurück, das seit drei Jahren auf neues Studio-Material gewartet
hat. Ihr sechstes Studioalbum „Jennifer Rush ’92“ (produziert von
Rick Nowels, Michael O’Hara und erneut Desmond Child) zählt unter
Fans bis heute mit zu den besten Alben ihrer Karriere. Kein Wunder,
dass nicht nur das Album ein Charterfolg wird, sondern sich auch
alle drei Singles in den deutschen Top 100 platzieren können.
Das kommerziell erfolgreichste Album der Neunziger wird „Out Of My
Hands“, das im Frühjahr 1995 erscheint und u.a. die Power-Ballade
und Hit-Single „Tears In The Rain“ enthält sowie „Who Wants To Live
Forever“ im Duett mit Queen-Gitarrist Brian May.
Im Herbst 1995 überrascht Jennifer Rush zum ersten Mal mit einer
Aufnahme in deutscher Sprache. Für den Walt Disney-Zeichentrickfilm
„Pocahontas“ hat sie eine deutsche Version des Oscar-gekrönten
Songs „Colors Of The Wind“ aufgenommen: „Das Farbenspiel des Winds“
wird ein weiterer Charthit.
Mit „Credo“ entsteht 1997 ein stimmungsvolles „erwachsenes“ achtes
Studio-Album, das trotz seiner Song-Vielfalt als stimmiges
Gesamtwerk besticht. Auch in den Charts ist die Platte äußerst
erfolgreich, entert die Top 30 mühelos und hält sich wochenlang gut
platziert.
Bereits gut ein Jahr später überrascht Jennifer Rush ihr Publikum
mit einem Konzept-Album der besonderen Art: Opulent unterstützt vom
Ungarischen Sinfonieorchester nimmt die Amerikanerin acht ihrer
größten Hits in neuen klassischen Arrangements auf. Zusammen mit
vier neuen Balladen, die durchweg ihre Handschrift als
Songschreiberin tragen und ebenfalls klassisch eingespielt werden,
entsteht das Album „Classics“, das sich sofort einen oberen
Chartplatz sichert. Anfang 1999 geht Jennifer Rush erstmals seit
1987 wieder auf ausgedehnte Tournee. „Classics in Concert“ vereint
Orchester und Band auf einer Bühne, mischt klassische Arrangements
mit rockigen Sounds und das Konzept geht wunderbar auf. Jennifer
Rush begeistert ihr Publikum mit ihren Klassikern und auch dem
neueren Album-Material und beweist mit über 20 Konzerten im
deutschsprachigen Raum, wie hell ihr Stern noch immer
strahlt.
Die Fans warten seit nunmehr über zehn Jahren sehnsüchtig auf neues
Material ihrer Ikone. Jetzt endlich, über zwölf Jahre nach „Credo“,
dem letzten Studioalbum mit komplett neuem Material, kommt sie
zurück.
„Now Is The Hour“ heißt ihr wunderbar passend betiteltes
Comeback-Album, das am 05. März 2010 bei Sony Music erscheint.
Jennifer Rush klingt 2010 besser denn je, hat nichts von ihrer
Stimmgewalt, ihrem Charisma und ihrem Ausdruck verloren und
begeisterte bereits während der Aufnahmen im Tonstudio das gesamte
Team. Für die Produktion der 15 handverlesenen Songs aus der Feder
namhafter Songwriter wie Jörgen Elofsson (Leona Lewis, Westlife,
Celine Dion), UK Singer/Songwriter Natasha Bedingfield, Sharon
Vaughn (Trisha Yearwood, Agnes Carlsson) oder Alex James (Alexandra
Burke, Backstreet Boys) zeichnet das Berliner Producer-Team Valicon
(Silbermond, Thomas Godoj) verantwortlich. Das Album ist gespickt
mit großen Balladen („Now Is The Hour“, „I Never Asked For An
Angel“), eingängigem Feel-Good-Pop („Eyes Of A Woman“, „Betcha
Never“) und zur großen Überraschung auch modernen
dance-orientierten Uptempo-Tracks („Echoes Love“, „Down On My
Knees“). Es besteht kein Zweifel daran, dass Jennifer Rush mit
ihrem neuen Album nahtlos an alte Erfolge anknüpfen wird. Die hohen
Erwartungen erfüllt sie spielend, der Sound klingt maßgeschneidert
und frisch, die Songs sind wundervoll und die Stimme… Ja, man merkt
spätestens jetzt, wie sehr sie in den letzten Jahren im
Musikgeschäft gefehlt hat: DIE Stimme! Jennifer Rush ist wieder da
- und man kann nicht anders, als sich darüber zu freuen.
Thomas Stegherr, Oktober 2009



